Aus und um Eltmannshausen sind 2 Sagen überliefert, die hier nachgelesen werden können.
Die Wichtelmännchen zu Eltmannshausen
Die Eltmannshäuser Wichtelfelsen befinden sich an einer Bergwand, an der Straße zwischen Eltmannshausen und Niederhone. Die Wichtel erschienen zuweilen im Dorfe und zeigten sich als gutmütige, aber auch als neckende Wesen. Mit den Jestädter-Wichteln standen sie in Verkehr und besuchten auch mit diesen die Wichtelkirche bei Jestädt. Eltmannshausen krönt eine idyllisch gelegene Bergkapelle, die wie ein Priester in sonniger Höhe über Menschenschicksal und Menschenseele ihrer Gemeinde wacht. In ihrem Gottesacker bringt man die zu Grabe, die sich freuten in dem Tale. Über die Gräber weht Heimatfriede und Herrgottsgüte, denn von allen Toten im Tale sind sie dem Himmel am nächsten. In dem Felsgeklüft des Kirchbergs wohnt das muntere Völkchen der Wichtel von Anfang an. Auch es hat Sinn für Heimatschönheit und Heimattreue. Und treu ist es dem Kirchberg immer gewesen. Eines Tages hatten die Eltmannshäuser kein Verständnis mehr für die Lage ihres Gotteshauses. Der Weg war steil und Sonnenglut und Winterkälte keine guten Wegbegleiter für Kirchgänger und Leidtragende. Also beschloss man, die Kirche abzubrechen und in der Mitte des Dorfes wieder aufzubauen. Gesagt, getan. Bald stand sie wieder mit Mauer, Dachgestühl und Turm auf dem schönsten Platz im Dorfe, und alle freuten sich des Fortschritts.
Aber am anderen Morgen stand die Kirche wieder wunderbarerweise genau wie zuvor auf ihrem alten Fleck auf steiler Höhe. In der Nacht war die beleidigte Schar der Wichtel gekommen und hatte die Kirche abgerissen und wieder auf dem Kirchberg aufgebaut. Die Eltmannshäuser erstaunten und erzürnten zugleich ob dieser Wichtelfrechheit. Wieder rissen sie das Gotteshaus nieder und stellten es im Dorfe auf und wieder stand es am anderen Tage wundergleich auf steiler Höhe fix und fertig da. Ein zäher Kampf begann zwischen Mensch und Wicht. Endlich gaben die Menschen den Kampf auf, und die Wichtel blieben Sieger. Es war mit ihnen nicht zu spaßen.
Sonnenglut und Winterkälte sind auch heute noch Wegbegleiter der Kirchgänger und Trauerzüge. Und das Glöcklein läutet wie zuvor bald in Freude, bald in Schmerz, weiter über Dörfer, Wiesenauen und Ackerbreiten. An den Sitten und Gebräuchen der Ahnen sollen die Enkel nicht rütteln. Es führt nie zum Guten.
Die Glocken von Hetterode
Auch das Dörfchen Hetterode - zwischen Eltmannshausen und Alberode gelegen - soll seinen Untergang im 30jährigen Kriege gefunden haben. Die Marodebrüder plünderten das überraschte Dorf bis auf den Grund aus, drehten jede Ziegel zweimal nach Geld und Geldeswert um und zerschlugen in wenigen Stunden, was Menschenhände mühsam jahrhundertelang erbaut hatten. Was das Schwert übrig ließ, vollendeten die Feuerflammen. Die Einwohner flohen in alle Winde. Das größte Leid traf das Pfarrhaus. Den beiden Töchtern, schönen, blühenden Jungfrauen, trieb man lange spitze Nägel in die Fußsohlen und tanzte sie zu Tode angesichts des Vaters. Als die Unmenschen endlich abzogen, ließen sie nur einen qualmenden Schutthaufen zurück. Nur die Kirchenglocke blieb ihrer Schwere wegen liegen. Da versammelte der alte Pfarrer weinenden Herzens den Rest seiner Gemeinde, vergrub die Glocke in die Angererde und sprach: "So sollst auch du ruhen für alle Zeit. Kein Menschenauge soll dich wieder anschauen, kein Menschenarm dich jemals an das Licht des Tages heben. Aber du sollst nicht stumm sein. An besonderen Tagen, wenn die Ähre den Sensen und Sicheln zum Opfer fällt, dann stimme dein Lied in der Tiefe an und singe von Scheiden und Meiden, von Schmerz und schwerem Herzeleid." Dann führte er die Letzten von Hetterode fort für immer.
Hetterode ist nie wieder aufgebaut worden. Die Wüstung liegt heute unterm Pflug, und auf ihr reifen die Ähren, blühen die Blumen, bauen die Vögel ihre Nester. An warmen Sommertagen hören Schnitter und Schnitterinnen oft ein wundersames Geläut: fern, feierlich, wehmütig. Das soll die vergrabene Glocke von Hetterode sein. An Herbstabenden, wenn das Käuzchen ruft und die Nebel ziehen, ist oft ein wunderschönes, tanzendes Mädchenpaar gesehen worden. Ob das die Pfarrjungfrauen von Hetterode sind?