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Wetterereignisse

trocken trocken
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trockener Spätherbst
Rekordverdächtig trocken zeigte sich der Spätherbst 2011. Zwischen Mitte Oktober bis Ende November fiel nicht nur in Eschwege kaum nenneswerter Niederschlag, sondern ganz Deutschland war nahezu trocken. Immerhin 3,0 mm schafften im November 2011 den Weg in den Regentrichter, überwiegend durch Nebelnässe oder leichten Niesel. Im Durchschnitt fallen im November 55 mm. Trotz der geringen Menge gibt es in der Messreihe von Eschwege zwei Herbst-Monate, die trockener waren als der diesjährige November. Im September 1959 war es nur 1 mm, im November 1953 immerhin 2 mm. Die TOP 10 der bislang trockensten Monate in Eschwege:
Sep 59 1,00 mm
Apr 07 1,50 mm
Nov 53 2,00 mm
Jan 97 2,40 mm
Mrz 53 3,00 mm
Nov 11 3,00 mm
Feb 59 3,00 mm
Sep 06 3,70 mm
Nov 78 4,00 mm
Feb 82 4,00 mm


Torsten Rost, 30.11.2011



Juni, Juli, August - 33 Tage Sommer
Am 1. September begann der meteorologische Herbst, Zeit also mal kurz einen objektiven statistischen Blick auf den Sommer 2011 zu werfen. Insgesamt konnten 33 Sommertage (Höchsttemperatur über 25°C) davon 6 heiße Tage (Höchsttemperatur über 30°C) verzeichnet werden. Damit entsprach der diesjährige Sommer so gerade dem Durchschnitt der letzten 50 Jahre. Während der Juni noch 0,4°C wärmer war als im langjährigen Mittel, fiel der Juli -1,7°C zu kühl, der August konnte nicht mehr viel rausreißen und war 0,5°C wärmer. Unterm Strich als war der Sommer tatsächlich um 0,8°C kühler als das 50jährige Mittel. Feucht war es auch, insgesamt 295 mm Regen fielen vom Himmel, sechsmal mehr als in diesem Frühjahr.

Torsten Rost, 01.09.2011



Das Frühjar 2011 war das trockenste in Eschwege seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnungen in 1953! Im Frühjahr 2011 fielen insgesamt ganze 49,4 mm Niederschlag (März 8,2 mm, April 19,4 mm, Mai 21,8 mm). Im 50jährigen Mittel fallen sonst rd. 55 mm pro Monat. Das heißt in 2011 sind weniger als 1/3 der sonst üblichen Regenmenge gefallen. Die Trockenheit wurde durch Sonne und Wind noch verschärft, wodurch zusätzlich rd. 231 mm Feuchtigkeit aus dem Boden verdunstet sind. Das bisher nasseste Frühjahr erlebten wir 1994 mit insgesamt 365 mm Niederschlag.

Torsten Rost, 02.06.2011



Zuerst ein sehr trockener März, anschließend Rekordverdächtige Wärme für die 1. April-Dekade
Im März 2011 fielen lediglich 8,2 mm Niederschlag, durchschnittlich sind es im März rd. 49 mm. Damit ist der März 2011 so trocken wie seit 1953 nicht mehr. Damals fielen nur 3 mm Niederschlag. Dafür startete der April wahrlich frühlingshaft. In einigen Regionen Deutschlands wurde am 02. April bereits der erste Sommertag registriert. Hier waren es immerhin 23,4°C, ähnlich mild war es in der ersten April-Dekade zuletzt vor 50 Jahren also 1961!

Torsten Rost, 04.04.2011


Durch die anhaltenden Niederschläge und die milden Temperaturen zwischen dem 6. und 13. Januar hat sich eine außergewöhnliche Hochwassersituation an der Werra entwickelt. Zwei Hochwasserwellen machen den Werra-Anrainern zu schaffen. Die erste Welle erreichte Eschwege am 09./10. Januar, die zweite stärkere Welle am 15./16. Die Pegelstände in Frankenroda/Thür. und Heldra überschreiten die Hochwasserstufe 3 deutlich.

Torsten Rost, 16.01.2011


Seit 1969 war ein Dezember nicht mehr so kalt. In Eschwege wurde eine Durchschnittstemperatur von -4,4°C gemessen, das sind mehr als 5 Grad weniger als im Durchschnitt der letzten 50 Jahre. Die tiefste Temperatur wurde mit -17,2°C am zweiten Weihnachtstag gemessen. Es gab insgesamt 30 Frosttage (frostfrei blieb lediglich der 11.12.) und 22 Eistage (ganztags unter 0°C). Auch das gesamte Jahr 2010 war in Eschwege deutlich kühler als die Jahre zuvor. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,5°C lag 2010 etwa 1,4°C unter dem Durchschnitt der letzten 50 Jahre. Ähnlich kühl war zuletzt das Jahr 1996.

Torsten Rost, 01.01.2011


Die Klagen der Landwirte im WMK über den vielen Regen in den letzten Wochen können jetzt auch anhand der aktuellen Messwerte bestätigt werden. Auch wenn es Regionen in Deutschland gab, die weitaus mehr Niederschlag abbekommen haben (z.B. Münsterland, Niederlausitz), gibt es auch um Eschwege neue Rekordwerte. 145 Liter Regen pro Quadratmeter sind im August an 25 Tagen gefallen. Noch nie seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnungen (1953) hat es in einem August in der Region um Eschwege so viel geregnet. Der bislang höchste August-Niederschlagsmesswert von 142 l/m² stammte aus dem Jahr 1963. Durchschnittlich fallen im August rd. 65 l/m². Auch vom Temperaturniveau war der August nicht wirklich sommerlich. Es gab keinen heißen Tag (über 30°C) und nur 6 Sommertage mit mehr als 25°C. Schuld daran waren meist kleinräumige Tiefdruckgebiete oder Grenzwetterlagen, bei denen sich Deutschland im Bereich sog. Luftmassengrenzen befand, mit sehr warmer, feuchter Luft im Süden und kühler Luft im Norden. Der globale Klimawandel ist auch regional messbar: Tendenziell lässt sich anhand der Messwerte belegen, dass bei steigender Durchschnittstemperatur auch die Niederschlagsmenge steigt. Das Temperaturniveau um Eschwege ist in den letzten 30 Jahren um rd. 0,5°C gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg die durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge um 9,2 l/m².

Torsten Rost, 01.09.2010



Wenn man die Presseberichte zum Maßstab nimmt, muß am 28.02.2010 ein langer und kalter Winter zu Ende gegangen sein. Immer wieder wurde auch in der heimischen Presse über das Winterwetter und seine Folgen berichtet. Aber wie kalt war der Winter 2010 im Verhältnis zu vergangenen Jahren wirklich? Diese Frage wird sich vielleicht der ein oder andere Mitbürger schon gestellt haben. Ich möchte hier eine objektive Antwort geben.

Meteorologisch beginnt der Winter am 01. Dezember und endet mit dem letzten Februartag. Der Dezember begann bei uns zunächst noch relativ mild, während sich über Nordosteuropa bereits massive Kaltluftmassen sammelten. Diese Kaltluft fand ab 12. Dez. den Weg nach Mitteleuropa und war von kurzzeitigen Milderungen abgesehen bis etwa 18. Februar wetterbestimmend. Dementsprechend war es lang und andauernd kalt. Es gab 74 Frosttage und 33 Eistage mit Höchsttemperaturen unter 0°C. Die Temperaturspanne reichte von +12,7°C bis -20,2°C, im Durchschnitt war der Winter -1,73°C kalt.

In der Liste der kältesten Winter seit Beginn der regelmäßigen Messung in Eschwege im Jahre 1953 reichte es mit weitem Abstand aber nur zu Rang 7.
  1. 1963 -5,87°C
  2. 1970 -2,50°C
  3. 1996 -2,31°C
  4. 1956 -2,03°C
  5. 1985 -2,00°C
  6. 1979 -1,87°C
  7. 2010 -1,73°C
Im langjährigen Mittel sind die Winter in Eschwege allerdings +0,95°C kalt, so daß wir einen Winter erlebt haben, der 2,68 °C kälter war als im langjährigen Mittel. Über die durschnittliche Schneehöhe gibt es keine vergleichbaren Messwerte, so dass man dies dem subjektiven Gefühl jedes einzelnen überlassen muss.

Torsten Rost, 06.03.2010